Die Gesundheit einer Rasse ist immer das Ergebnis klarer Entscheidungen. Beim Thema Epilepsie gibt es keinen Spielraum, keine Grauzone und keine Abkürzungen. Epilepsie ist eine schwerwiegende neurologische Erkrankung, die das Leben betroffener Hunde wie auch ihrer Besitzer erheblich belastet. Deshalb hat der DDV e.V. eine klare Verantwortung: epilepsiebelastete Linien langfristig vollständig aus der Zucht zu eliminieren.
Dieses Ziel ist anspruchsvoll – aber notwendig. Und es kann nur erreicht werden, wenn der Weg dorthin konsequent, wissenschaftlich fundiert und frei von persönlichen Befindlichkeiten beschritten wird.
Sorgsam ausgewählte Verpaarungen als Schlüssel
Die Eliminierung belasteter Linien geschieht nicht durch Zufall, sondern durch präzise, geplante und fachlich begründete Verpaarungen. Zucht bedeutet hier mehr als nur der Erhalt äußerlicher Merkmale – sie bedeutet aktive Gesundheitssteuerung.
Nur wenn Züchter bewusst und informiert entscheiden, welche Tiere sie miteinander verpaaren, lässt sich verhindern, dass genetische Faktoren, die Epilepsie begünstigen können, weitergegeben werden.
Ausschluss einzelner Zuchttiere – auch wenn es unbequem ist
Es wird immer Situationen geben, in denen ein Zuchttier hervorragende Eigenschaften mitbringt – aber dennoch aus einer Linie stammt, in der Epilepsie aufgetreten ist. In solchen Fällen darf es keine Ausnahmen geben.
Der Ausschluss solcher Tiere mag für Züchter persönlich schmerzhaft sein, und auch ein Verein steht hier manchmal vor unangenehmen Entscheidungen. Doch die Gesundheit der Rasse hat Vorrang vor jedem Einzelinteresse.
Konsequente Selektion ist ein Ausdruck von Verantwortung, nicht von Härte.
Die entstehenden genetischen Lücken müssen geschlossen werden
Wenn bestimmte Zuchttiere ausgeschlossen werden, entstehen zwangsläufig Lücken im genetischen Pool. Diese Lücken dürfen nicht dazu führen, dass die Zuchtbasis schrumpft und die Vielfalt der Rasse verloren geht. Genau deshalb müssen sie bewusst und strategisch geschlossen werden – durch kontrolliert eingebrachte, gesunde neue Linien.
Dazu gehört es, den Mut zu haben, fremdes Blut einzusetzen:
- durch Importe aus anderen Ländern
- durch sorgfältig ausgewählte Linien aus anderen Kontinenten
- stets begleitet von umfassender Recherche, ob in diesen Linien Epilepsie aufgetreten ist oder Hinweise auf Belastung existieren
Solche Schritte erfordern Offenheit, Sachlichkeit und wissenschaftliche Kontrolle. Sie verändern die Rasse nicht – sie sichern ihr langfristiges Überleben.
Ein langfristiges Ziel: Pedigrees frei von Epileptikern und Risikolinien
Der DDV e.V. verfolgt ein klares, zukunftsorientiertes Ziel: Zuchttiere sollen langfristig keine Epileptiker im Pedigree haben und nicht aus Linien stammen, aus denen Epilepsie hervorgegangen ist.
Das bedeutet:
- belastete Linien werden nicht weitergeführt
- Trägerlinien werden identifiziert und ausgeschlossen
- neue, gesunde Linien werden bewusst eingebracht
- Zuchtstrategien werden kontinuierlich überprüft und angepasst
Dieser Weg braucht Zeit, Transparenz und konsequente Umsetzung – aber er ist möglich.
Verantwortung für die Zukunft der Rasse
Wer heute züchtet, gestaltet die Dalmatiner von morgen. Ein Verein, der sich der Gesundheit verpflichtet hat, kann und darf Epilepsie nicht relativieren. Der DDV e.V. sieht es als zentrale Aufgabe, hier voranzugehen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die gesunde, stabile Dalmatiner ermöglichen.
Die Eliminierung epilepsiebelasteter Linien ist kein Eingriff in die Vielfalt der Rasse – sie ist die Grundlage dafür, dass diese Vielfalt gesund bleiben kann.