
Langhaarige Dalmatiner müssen nicht am kompletten Körper deutlich langhaarig sein. Oft sind nur Teilbereiche wie die Rute, Ohren, Hals, Profillinie, Ellenbogen und Oberschenkel mit sehr langem Haar befedert.
Kurzhaarige Langhaarträger hingegen, KÖNNEN sich ebenfalls durch deutliche Fellveränderungen im Bereich der Rute, Oberschenkel und Hals auszeichnen.
Grundsätzlich können alle Farbschläge langhaarig sein.
DER LANGHAAR-DALMATINER:
100 % reinrassig
Fellbeschaffenheit bekannt seit: 1943
Im Rassestandard unerwünscht
Vererbung: autosomal rezessiv
Vererbungsort: L-Lokus
LL = kein Träger von Langhaar
Ll = Träger von Langhaar (kurzhaarig)
ll = langhaarig
DER GELOCKTE DALMATINER
100 % reinrassig
Fellbeschaffenheit bekannt seit: unbekannt
Im Rassestandard unerwünscht
Vererbung: autosomal rezessiv
Vererbungsort: Cu-Lokus
Genkombination: L-Lokus
Cu/Cu = kein Träger von Locken
Cu/CuC = Träger von Locken
CuC/CuC = gelockt

Lockiges Fell wird phänotypisch nur sichtbar in Verbindung mit Langhaarigkeit. Kurzhaarige Hunde können Lockenträger sein.
Folgende Genkombinationen sind also möglich:
Ll Cu/CuC = kurzhaar, Langhaarträger, Lockenträger
ll CuC/CuC = langhaar, lockig
LL Cu/Cu = kurzhaar, kein Träger von Langhaar und Locken
LL Cu/CuC = kurzhaar, kein Langhaarträger, Lockenträger
ll Cu/Cu = langhaar, kein Lockenträger
ll Cu/CuC = langhaar, Lockenträger

Damit ein Dalmatiner die Farbe Black and Tan phänotypisch ausprägen kann, muss er auf dem K-Lokus die Kombination kyky aufweisen.
Grundsätzlich ist jeder Dalmatiner Black and Tan Träger, jedoch nur die Wenigsten, weisen am K-Lokus die erforderliche Kombination zur Ausprägung auf.
Black and Tan Dalmatiner (umgangssprachlich Tricolor), weisen die Markierungen im Fell an den Vorderbeinen, Hinterbeinen, Ohren, Augenbrauen, Wangen und Fang auf.
DER BLACK-AND-TAN-DALMATINER
100 % reinrassig
Farbschlag bekannt seit: 1883
Im Rassestandard unerwünscht
Vererbung: autosomal rezessiv
Vererbungsort: A-Lokus
Genkombination: K-Locus
atat/KBKB = Träger von Tricolor
ata/KBky = Träger von Tricolor
atat/kyky = tricolorfarben
ata/kyky = tricolorfarben
DER LEMON-ORANGE-DALMATINER
100 % reinrassig
Farbschlag bekannt seit: unbekannt
Im Rassestandard unerwünscht
Vererbung: autosomal rezessiv
Vererbungsort: E-Lokus (Extension)
EE = kein Träger von Lemon
Ee = Träger von Lemon
ee = lemonfarben

Der Lemon-Dalmatiner ist in der Tüpfelung am gesamten Gebäude hellrötlich bis hin zu zitronengelb eingefärbt. Ausgenommen sind Nase, Lefzen, Augensaum und Fußballen. Diese sind schwarz. Auch variiert der Gelbton auf dem gesamten Hund im Bereich der Tüpfelung. Auch braune Dalmatiner können lemonfarben sein. Die Nase, Augensaum, Lefzen und Fußballen sind dann braun gefärbt.
Lemon-Dalmatiner können keine Ausprägung von Tricolor zeigen, da auf dem E-Lokus (Extension) zur Ausprägung von Tricolor EE oder maximal Ee erforderlich sein muss.

Ein diluter Dalmatiner weißt in der Tupfenfarbe (schwarz oder braun) eine Aufhellung auf. Ursprünglich schwarz betupfte Dalmatiner hellen am gesamten Körper zu Anthrazit auf während braun betupfte Dalmatiner zu Creme oder Lilac aufhellen.
In der Zucht ist die Farbe verpönt, da man diluten Tieren oft Hautprobleme nachsagt. Im DDV e.V. ist dieser „Farbschlag“ ebenfalls nicht erwünscht, da es keine relevanten, wissenschaftlichen Studien über den Ausschluss dieser Behauptung gibt.
DER DILUTE-DALMATINER
100 % reinrassig
Aufhellung bekannt seit: unbekannt
Im Rassestandard unerwünscht
Vererbung: autosomal rezessiv
Vererbungsort: D-Lokus
DD = kein Träger von Dilution
Dd = Träger von Dilution
dd = Aufgehellt durch Dilution
DER INTENS-DALMATINER
100 % reinrassig
Farbintensität bekannt seit: unbekannt
Im Rassestandard unerwünscht
Vererbung: autosomal rezessiv
Vererbungsort: i-Lokus (intens)
II = keine Auswirkung auf das Phäomelanin
Ii = leichte Auswirkung auf das Phäomelanin
ii = starke Auswirkung auf das Phäomelanin

Ein Intens-Dalmatiner weißt in der Tupfenfarbe (gelb oder rot, also Lemon oder Tricolor), eine extreme Farbschwäche auf, sofern der Intens-Lokus homozygot vorliegt. Ursprünglich gelb betupfte Dalmatiner können am gesamten Körper bis zu weiß erscheinen.
Das Phäomelanin wird somit nicht aufgehellt, sondern in seiner Farbintensität abgeschwächt. Selbst Intens-Träger können schon eine leichte Farbabweichung in den Tupfen aufweisen. Intens wirkt sich nicht auf Eumelanin, also auf die Farben braun und schwarz aus.

Die Vererbung beim Sable-Dalmatiner ist ähnlich wie bei Black and Tan nur das Sable (ay) dominant über Tricolor (at) ist. Trägt also ein Dalmatiner die Kombination Ayat/kyky, ist er nicht tricolor, sondern sable.
Folgende Genkombinationen sind für sable im Phänotyp möglich:
Aya/kyky
Ayaw/kyky
AyAy/kyky
Ayat/kyky
DER SABLE-DALMATINER
100 % reinrassig
Farbschlag bekannt seit: 1957
Im Rassestandard unerwünscht
Vererbung: autosomal dominant
Vererbungsort: A-Lokus
Genkombination: K-Lokus
atat/KBKB = kein Träger von Sable
Ayat/KBKB = Träger von Sable
Aya/KBky = Träger von Sable
AyAy/kyky = sablefarben
DER WILD-SABLE DALMATINER
100 % reinrassig
Farbschlag bekannt seit: 1957
Im Rassestandard unerwünscht
Vererbung: autosomal rezessiv
Vererbungsort: A-Locus
Genkombination: K-Lokus
atat/KBKB = kein Träger von Wild Sable
awat/KBKB = Träger von Wild Sable
awa/KBky = Träger von Wild Sable
awaw/kyky = wild sablefarben

Die Vererbung wild sable ist ähnlich wie bei Sable nur das Sable (Ay) dominant über wild sable (aw) ist. Da aw (wild sable) dominant über at (tricolor) ist, reicht auch hier eine Kopie des aw Allels aus, um zur Ausprägung zu kommen. So verhält es sich auch bei rezessivem schwarz: hier reicht ebenfall ein aw aus (awa/kyky)
Wild Sable Dalmatiner sind phänotypisch in Deutschland nicht zu finden, da die Selektion durch den Rassestandard, Blutlinien mit diesen Genkombinationen aussortiert hat. Wild Sable-Träger wiederum kommen ab und an vor.

Es ist unbekannt, ob es heutzutage überhaupt in Deutschland Dalmatiner in Brindle oder Brindleträger gibt. In Amerika kommt dieser seltene Farbschlag ab und an noch vor.
DER BRINDLE DALMATINER
Reinrassigkeit: fraglich
Farbschlag bekannt seit: 1999
Im Rassestandard unerwünscht
Vererbung: autosomal rezessiv
Vererbungsort: A-Locus
Genkombination: K-Lokus
atat/KBKB = kein Träger von Brindle
ayat/KBkbr = Träger von Brindle
aya/kbrkbr= brindlefarben
ayay/kbrkbr = brindlefarben
DER BRAUNE DALMATINER
100 % reinrassig
Farbschlag bekannt seit: Entwicklung der Rasse
Im Rassestandard erwünscht
Vererbung: autosomal rezessiv
Vererbungsort: B-Lokus
bb = braunfarben

Der Dalmatiner mit braunen Tupfen ist aufgrund seiner rezessiven Vererbung dennoch der Nachzügler der beiden Standardfarben. Braun lässt sich mit allen Varianten kombinieren:
bb, atat/kyky, ll, Ee, (braun-tricolor, langhaarig, Lemonträger)
bb, ee, LL (orange kurzhaar)
bb, ee, ll (orange langhaar)
bb, awaw/kyky, ll, (braun-wild-sable, langhaar)
bb, ayay/kyky, LL, Ee (braun-sable, kurzhaar, Lemonträger)
bb, dd, ll (creme, langhaar)

Wie der braun getupfte Dalmatiner, kann man schwarze Tupfen ebenfalls mit allen anderen Loki verpaaren:
BB, atat/kyky, ll (schwarz-tricolor, langhaarig)
BB, awa/kyky, Ee, ll (schwarz-wild-sable, Lemonträger, langhaarig
BB, dd, Ee, Ll (Blau, Lemonträger, Langhaarträger)
BB, ee, ll, atat/KBky (lemon, langhaar, Tricolorträger)
BB, KBKB, (schwarz)
DER SCHWARZE DALMATINER
100 % reinrassig
Farbschlag bekannt seit: Entwicklung der Rasse
Im Rassestandard erwünscht
Vererbung: autosomal dominant
Vererbungsort: B-Lokus
BB = schwarzfarben
Bb = schwarz, Träger von braun