LETZTE AKTUALISIERUNG 13.03.2025
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Prinzipiell ist der Dalmatiner dafür bekannt, ganzjährig zu haaren. Das ist sehr unangenehm, weil die fiesen, harten Härchen sich in Polstern und Kleidung verhaken und nicht ganz einfach herauszubekommen sind. Manch einer schwört auf ein bestimmtes Staubsaugerfabrikat, mancher rät Kleidung durch den Wäschetrockner enthaaren zu lassen und mancher robbt mit dem Klebeband durchs Auto, um die Sitze haarfrei zu bekommen. Viele resignieren auch und tragen keine dunkle Kleidung mehr! Mancher Dalmi-Kenner behauptet mutig, daß nur das falsche Futter schuld am Haaren sei. Dem widerspricht aber, dass auf den Ausstellungen die Ausstellungsringe der Dalmatiner am Boden voller Haare sind. Werden all diese Hunde etwa falsch ernährt ? Dalmatiner sind Kurzhaarhunde ohne Unterwolle, deshalb ist es völlig normal, daß sie immer ein wenig haaren. Trotzdem gibt es natürlich Zeiten, in denen auch ein gesunder Dalmatiner noch mehr haart: · Fellwechsel (Frühjahr und Herbst, bei extremen Wetterumschwung auch mal zwischendrin möglich) · Hormonelle Schwankungen im Zusammenhang mit Pubertät, Läufigkeit, Geburt oder Kastration · Futterwechsel Eindeutig krankhaft ist Haaren in Verbindung mit: · Juckreiz · Hautrötungen · Fellverfärbung (Dalmatiner Bronzing Syndrom) · Pickel · kahle Stellen MILBEN Es gibt unterschiedliche Milbensorten, die zu Hautproblemen führen können. Es werden hier nur zwei Milbenarten laienhaft besprochen. Fragen Sie immer Ihren Tierarzt. Weitere Infos und Bilder finden Sie auch, wenn Sie die Begriffe in Suchmaschinen eingeben. · Herbstgrasmilben Eine saisonal auftretende Milbe ist die Herbstgrasmilbe. Sie befällt vor allem die Pfoten und verursacht dort Juckreiz. Der Hund beginnt die Pfoten zu lecken und zu nagen. Durch die so selbst zugefügten Wunden kann es passieren, dass der Hund noch weiter nagt, wenn die Milbe längst weg ist. Die heilenden Wunden jucken weiter und so beißt der Hund immer wieder auf. Es helfen meist einfache Kamillenbäder nach dem Spaziergang bei der Heilung. Das Lecken kann man mit Socken oder Trichter um den Hals verhindern. Allerdings sollte man auch bei Herbstgrasmilben vor Behandlung eine tierärztliche Diagnose einholen. · Demodexmilbe Diese Milbe kommt im Grunde auf jedem Hund vor. Wirklich problematisch wird es, wenn das Immunsystem angeschlagen ist und die Milben sich so ungehindert vermehren können. Dann kann die Milbe Juckreiz und kahle Stellen verursachen und Bakterien den Weg in die Haut ebnen. Bei Welpen kommt diese Erkrankung vor wenn sie befallen werden, bevor das Imunsystem sich wehren kann. Der massive Befall ist oft vererbbar, deshalb sollte mit diesen Hunden nicht gezüchtet werden. Mit Spot Ons sowie Waschungen ist die Demodikose gut in den Griff zu bekommen und tritt meist nicht wieder auf. HAUTPILZE Hautpilze können auch Tür für andere Erkrankungen sein. Auf Pilz weißt es hin, wenn ein Tier Haarbruch hat, kahle Stellen (kreisrund), Hautrötungen. Bei Hefepilzen riecht das Fell oft seltsam und die Ansätze der Krallen sind rötlich verfärbt. Da sie allerdings in der täglichen Umgebung vorkommen, ist ein positives Behandlungsergebnis oft nur von kurzer Dauer und muss öfters wiederholt werden. ALLERGIEN Das ist ein endloses Thema. Allergien haben viele Ursachen und genauso viele Auswirkungen. Z.B. reagieren manche Hunde auf Anti-Flohmittel mit Juckreiz oder Haarausfall. (sh. Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel) Es gibt aber auch Allergien gegen Flohbisse, wogegen das Flohschutzmittel wieder helfen kann. Es gibt auch Kontaktallergien. So reagieren manche Hunde auf Gräserpollen, manche auf Haare, es soll sogar Hunde mit einer Menschenallergie geben. Es gibt Allergien gegen Reinigungsmittel, Hundeshampoo,... es ist ähnlich wie beim Menschen. Sehr "beliebt" sind Futtermittelallergien. Häufig ist das Getreide der Allergieauslöser, aber es kommen auch Allergien gegen Fleisch oder Reis vor. Ein Hund kann gegen Rind allergisch sein, Lamm jedoch vertragen, es könnte aber auch umgekehrt sein. Deshalb immer Vorsicht bei gut gemeinten Ratschlägen von Besitzern anderer Allergiehunde. Was für den einen ideal ist, kann dem anderen schwer schaden. Manche Hunde reagieren auf die Gabe bestimmter Leckerlies mit Ohrenentzündung, was wohl auch als Allergie zu bezeichnen wäre. Die häufigste Auswirkung bei Futtermittelallergie ist jedoch Rötungen an den Innenseiten der Oberschenkel, Juckreiz und entsprechendes Lecken bzw. Kratzen. HARNSÄUREPROBLEME Das ist nun wirklich ein dalmatinertypisches Problem, denn nur der Dalmatiner hat wie Mensch und Menschenaffe ein Problem mit der Umwandlung von Harnsäure in Harnstoff. Natürlich sind nicht alle Dalmatiner davon betroffen. Selbst betroffene Dalmatiner neigen meist "nur" zur Harnsteinbildung und deren Folgen. Aber einzelne Hunde versuchen die überschüssige Säure über die Haut zu entsorgen. Das führt dann zu Fellproblemen. HORMONUMSTELLUNG UND STRESS Gerade Zuchthunde oder unkastrierte Hunde sind stetig von Hormonumstellungen betroffen. Bei unkastrierten Rüden die nicht zum Zuchteinsatz kommen, erlebt man häufig die Umstellung wenn läufige Hündinnen in der Nachbarschaft sind. Der Rüde möchte nicht fressen, ist nervös und aufgeregt und steht unter permanentem Stress solange die Hitze andauert. Bei Rüden die zum Zuchteinsatz kommen erlebt man diese Reaktionen weniger, da der Rüde seinen “Druck” abbauen kann und sich der Stress in Grenzen hält. Nach dem Deckakt sind sie oft entspannter als vorher. Hündinnen haben es da schon schwieriger. Von anbeginn der Hitze stellt sich der Körper hormonell auf die Empfängnis und die spätere Geburt um. Während dieser Zeit haaren sie ebenfalls vermehrt. Sind die Welpen ca. sechs Wochen jung kann man der Hündin den Stress deutlich ansehen denn sie sieht, das Fell betreffend, sehr “licht” und “stumpf” aus. Eine kleine Vitaminkur sorgt in geringem Maße für Ausgleich sowie hochwertiges Aufbaufutter. VERHALTENSSTÖRUNGEN Manchmal sind Verhaltensstörungen Folgen von lange nicht behandelten Erkrankungen. Der Hund hat sich einfach daran gewöhnt, ständig zu kratzen oder zu lecken und tut das weiter, obwohl die Erkrankung erfolgreich behandelt wurde. Es gibt auch immer wieder Hunde die aus Frust, Langeweile oder Einsamkeit die Pfoten wundlecken oder gar aufbeissen. Den ganzen Tag allein zu Hause und dann kurz mal gassi um den Block... das ist nichts für einen Dalmatiner. Wenn also SICHER geklärt wurde, dass weder Pilz, noch Milbe, noch Allergie, bakterielle Hautentzündung oder ähnliches vorliegt, sollte man sich überlegen ob der Hund richtig gehalten wird. Viele Hunde reagieren auf Unterforderung oder zu viel Alleinsein nur mit Jaulen, Kläffen, gesteigertem Schutztrieb, Unsauberkeit oder Zerstörungsdrang von Gegenständen. Manche aber zerstören auch sich selbst. Hat sich so ein Verhalten einmal festgesetzt, reicht es nicht mehr die Haltungsbedingungen zu verbessern. Dann muss mit dem Hund systematisch gearbeitet werden, damit er seine "Hobbys" wieder aufgibt. Vorbeugen ist besser, deshalb sollte man sich seine Traumrasse nicht nach dem Punktekleid aussuchen sondern nach den Bedürfnissen des Hundes. Der Dalmatiner ist ein menschenbezogener Laufhund und möchte mit seinen Menschen leben, schmusen, lernen und laufen. Zwingerhaltung ist nicht viel schlimmer als eine einsame Unterbringung in einem Hundezimmer. Wer glaubt, er könne einen Hund nicht anders halten weil er ja Geld verdienen müsse, sollte sich überlegen ob er überhaupt einen Dalmatiner halten sollte! Der Hund braucht Beschäftigung, Ansprache, Bewegung wie ein Mensch auch und sollte nicht in der Warteschleife des Lebens vergessen werden.
Fellprobleme können unter anderem verursacht werden durch: · Milben · Hautpilz · Allergien · Harnsäureprobleme · Hormonstörungen · Verhaltensstörungen
beim Dalmatiner Hautprobleme